Seit 1971 kürt der NABU zusammen mit seinem Partnerverband dem LBV in Bayern den Vogel des Jahres. Seit einigen Jahren nominiert ein Fachgremium eine Auswahl unterschiedlicher Vogelarten, welche dann in einer bundesweiten Abstimmung von der Bevölkerung ausgewählt werden können. Die meisten Stimmen konnte im vergangenen Herbst der Hausrotschwanz gewinnen. Diese Vogelart ist somit zum Vogel des Jahres 2025 gewählt worden. Vom einsam gelegenen Hof über Weinberge und Industrieanlagen bis zur Stadt hat sich der Vogel aus steil abfallenden Felswänden in den Mittelgebirgen Südeuropas als sogenannter „Kulturfolger“ immer mehr an das Zusammenleben mit den Menschen angepasst. Statt an Felswänden baut er seine Nester in Spalten und Löcher an Häuserfassaden, unter Dachvorsprüngen und Brücken, in Holzstapeln oder Schuppen. Wände und Dächer brauchen genügend Öffnungen oder Nisthilfen, dann ist davon auszugehen, dass sich der Halbhöhlenbrüter weiter bei uns ansiedelt. Auch Offenställe, wie sie nun immer öfter für Milchvieh oder die Rinderzucht gebaut werden, eignen sich hervorragend als Brutplatz.
Der NABU Boxberg hat sich nun einen solchen Offenstall in Oberschüpf bei den Gbr. Wild ausgesucht. Da die Bachstelze fast die gleichen Ansprüche an ihren Lebensraum und den Brutplatz stellt wie der Hausrotschwanz, wird auch sie von den Nisthilfen profitieren. Doch aller guten Dinge sind drei: Die gefährdete Rauchschwalbe leidet ganz besonders unter großer Wohnungsnot: Sie baut ihre Nester aus feuchtem Lehm, den sie in Pfützen sammelt. Zum einen gibt es immer weniger solcher Pützen und zum anderen halten die Nester an den glatten Holzbalken der neu gebauten Offenställe nicht. Auch meidet die Rauchschwalben die zugigen Stallungen. Der NABU Boxberg hat aus diesem Grund sogenannte „Schwalbenwinkel“ gebaut: Ein künstliches Napfnest wird mit Brettern umbaut, um einen optimalen Windschutz zu gewährleisten. In Baden-Württemberg wurden hiermit vom NABU bislang gute Erfahrungen gemacht. 10 dieser „Schwalbenwinkel“ haben Martin Rosenitsch und Michael Hökel nun im Offenstall der Gebr. Wild in Oberschüpf montiert. Die Naturschützer sind optimistisch, dass die konstruierten „Schwalbenwinkel“ besiedelt werden, da sie sich gleich für drei verschiedene Vogelarten am Standort in Oberschüpf eignen (Hausrotschwanz, Bachstelze und Rauchschwalbe). Mardersicher und auch so, dass das Futter für die Rinder nicht verschmutzt wird, sind die Nisthilfen rechtzeitig vor der Rückkehr der drei Zugvogelarten Ende März nun montiert. Eigentümer von Offenställen im Raum Boxberg sind aufgerufen, sich beim NABU Boxberg zu melden: Wir montieren Ihnen kostenlos 1-2 „Schwalbenwinkel“.